Dienstag, April 02, 2013

Blumen, Sonne, Sex und Rock'n Roll

Menschen auf der Suche nach der Frühlingssonne? Fast.
Jedenfalls ein Foto aus Estland. Teil einer neuen Ausstellung "Sowjet-Hippies - psychodelischer Untergrund im Estland der 1970er Jahre". Sex, drugs and Rock'n Roll hinter dem "Eisernen Vorhang"! Auch in Sowjet-Estland gab es sowas wie "Flower-Power" - begünstigt vielleicht durch die dünne Besiedlung des Landes, wo es natürlich viele Ausweichorte gab für das, was öffentlich nicht gern gesehen war.
Seit einigen Wochen arbeitet Kuratorin Terje Toomistu an einer Ausstellung, die zunächst mal im Estnischen Nationalmuseum in Tartu angesiedelt ist.Auch ein Dokumentarfilm ist noch in der Entstehung.
Filmteam und Protagonisten
"Als Breschnew  an die Macht kam, hatten wir nicht mehr viel Hoffnung auf ein kleines bischen persönliche Freiheit. Die Generation die in den späten 1960igern aufwuchs musste erkennen dass die Welt eine große Lüge ist - und man sich lieber mit eigenen Dingen beschäftigt als mit Politik. Die im Westen ausgelebten Freiheiten wurden verehrt, ein wenig inspiriert von östlichen Philosophien. Daher waren die Sowjet-Hiipies ein Kulturgemisch, aber immer underground.
Es war ein Trend der Zeit damals, wo durchaus auch Künstler, Lebenskünstler und Akademiker zusammen angetroffen werden konnten. "In" war Rockmusik und das Propagieren von Liebe und Pazifismus, Reisen wohin immer möglich und mit einem Outfit das absolut nicht zu einem Sowjetbürger passte. Estnische Hippies orientierten sich an ihren eigenen Frontfiguren und lasen verbotene Samiszdat-Literatur. Hosen durften nicht weiter geschnitten sein als 33cm,  einige wurden als "Landstreicher" ständig verhaftet, andere steckte der KGB auch schon mal in geschlossene Anstalten. Aber je strenger sich die Ordnungsmacht gebärte, desto mehr bekam auch die Bewegung der Blumenkinder Zulauf."
(aus dem Ausstellungstext)


Zur Webseite der Ausstellung  /  Filmtrailer

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